Thursday, May 26, 2011

tonspur in bunt.

irgendwie bist du müde, schaffst es kaum vor die tür, doch ab und an brauchst du frische luft, sonst drehst du komplett durch, so schleppst du dich durch straßen, findest musik, setzt dich auf stufen nah am wasser und lauschst, und da sitzt jemand, der schaut dir in die augen, so dass du gleich erkennst, der weiß bescheid, hat zumindest eine ahnung, und ihr setzt euch in lücken und kommt euch näher bis die finger sich berühren, und die wangen sich berühren, und die lippen sich berühren, und stirn an stirn die gedanken sich berühren und wissen, es ist nicht von dauer, einer läuft immer weg, wenn küsse nicht mehr reichen, deshalb entscheidet ihr euch, es zu vermeiden und geht eures weges nach dem konzert, jeder den seinen, die musik im ohr, die nehmt ihr mit als spur im kopf, damit ihr nicht vergesst, vielleicht seht ihr euch nie wieder, vielleicht unverhofft nach jahren, es ist nicht mal sicher, ob ihr euch erkennt, aber im kopf bleibt die spur, und viel später, ganz sicher unverhofft, hörst du sie irgendwo im hintergrund, und du weißt nicht mehr genau, und du summst die melodie, und dann löst sich im kopf ein band von bildern, eine tonspur in bunt, und du spürst, dass du wirklich gelebt hast, in diesem einen moment auf den stufen am wasser, da gab es musik, und da waren fingerspitzen.