Thursday, January 23, 2014

Am Tellerrand, wir

Ich wische die Magie vom Gelaender
Die Farbe Deiner Hand, schrubbe die Stufen
Absaetze hinterlassen Eintretspuren
Im Wasser, farblos sammle ich Dich aus
Abdruecken vom Fensterrahmen
Nikotingetraenkter Kaffeesatz
Am Tellerrand, wir
Versuchten uns
Am Haendelesen, flehten Sterne an
Unwahrheiten zu sagen, erbaten eine Nacht
Im Gewinde endloser Linien, Manie
Selbst Ich konnte nicht
Selbst Du, ein Kuss
Unberuehrte Metallbehaelter trugen Hitze
An unseren Mund, rundherum
Sich wiederholendes Blumengetuemmel
Vom gleichen Stoff, alles
Vom gleichen Stoff

Du lachtest schrill, hatte doch die Frau
Nicht genuegend Blumen verkauft
In jedem Winkel schlingt der Stoff sich um
Koerper, selbst die Kinder gekleidet in wildem Bouquet
Wir a├čen Nelkenblaetter, schissen Rosenblueten
Auf die Nachtablage, der Lampenschirm im Waldmotiv:
Roehrender Hirsch, Fluss, schneebekuppte Kette
In der Halsmulde ein See, weinbefleckt
Im Schnee, Spuren, jemand streute Salz
Auf die Wunde, Regen flutete den Bus
Zur falschen Jahreszeit in die falsche Richtung
Hase und Igel kannten sich 
Bleibt nur noch Gewissheit, dass Dinge 
Folgenlos bleiben, in weiter Ferne, irgendeine Zukunft
Bleiben, irgendeiner Geschichte folgen
Muss nur, was sich mit Sonne gen Westen neigt