Tuesday, July 29, 2014

Der Klang von Regen

Was will ich, wenn ich mit der Axt
abweichende Pfade in die Regenlandschaft schlage
und nachher mit Dir über den Klang von Regen
auf Mandelbaumblättern diskutiere, weil Worte
nur Krusten sind und alles Wichtige
nicht am Waldrand wächst und weil Meterologen
keinen blassen Schimmer vom Wetter haben,
Du sagst “der Regen fließt”, und ich widerspreche,
bin Besserwisser, bete die Logik
der Gesetzmäßigkeiten an, nur um der Antithese
einen Gefallen zu tun, alles fällt
zum Erdkern hin, bin
noch nicht zur Offenbarung vorgedrungen,
der Magie des letzten Buchs, wortlos, unaussprechlich
drängst Du mich zum Tee, und wir
sind wieder am Anfang,
dort, wo Zuckersirup sich über Wirklichkeit legt,
uns süchtig macht oder überdrüssig,
je nach Gemüt, ich für meinen Teil greife zur Axt
und schlage vor, den Klang von Regen
zu zerschlagen, der, wie Du sagst, “gebremst werden will”,
als ob irgendetwas wollen würde, oder eine Wahl hätte,
geben wir uns immer wieder hin, denn es gibt
niemanden, der zu weit weg wäre, um nicht mit uns
nass im Regen sans souci
dem Fall von Tropfen auf Mandelbaumblätter
Einhalt zu gebieten.