Tuesday, April 21, 2015

Who is #1?

Sagte heute der Mosebach zum Gumbrecht, die Provinzuni stelle sich dem Staate entgegen. Dezentral. Störrisch. Stur komme sie daher. Sagte der Gumbrecht, das müsse ihr gar nicht peinlich sein. Alle großen Denker wohnten an der Autobahn. Heute sei alles Provinz. Und damit falle es schwer, die Provinz als störrisch durchzuhalten. Und konnte damit die Verstaubtheit der These nur ansatzweise greifen. Wir sind nicht mehr in Preußen. Virtuelle Bildungswelten. Open University. Die Komplexität vernetzter Lernkultur. Und dann frage ich mich, suchen Sie nicht  an der falschen Adresse nach dem Bösewicht? Wieso denn Berlin, Hipsterstadt? Vielleicht müssen wir nach anderen Gegensätzlichkeiten im Machtgefüge greifen. VW, Siemens, Metro, Bosch. Who is #1? Gemeldet habe ich mich dann doch nicht. Zu Wort kamen nur Männer, zumeist schon alt und grau. Sieht immer so aus, als wären junge Frauen überhaupt nicht schlau.
Doch eins war schön, da stimme ich dem Gumbrecht zu: Konzentration und Kontemplation haben nichts mit Größe zu tun. Eher mit der Nähe zum Lärm der Autobahn. Strukturschwächen stärken den Wiederholungsprozess. Fragen emergieren aus der Reiteration. Nicht um vereinfachte Antworten zu finden. Sondern um die Komplexität zu komplexieren. Kurz und gut: Leid führt auf den Pfad der Erkenntnis. Notwendigkeit ist die Mutter der Erfindung. Und Reiteration ist der Raum, in dem sich, so Gumbrecht, ganz neue neue Fragen auftun.