Monday, June 15, 2015

Wieder

Wieder neue Wände.
Still hüllen sie 
sich um meine Traumzustände.

Ein Wasserfall plappert
zwischen meinen Lippen ein Sturzbach
nach langem Regen.

Ich drehe mich um meine Netzhaut, 
vibrierende Muster brennen 
3D-Effekte - Erinnerungsfetzen.

Fern die Tumulte der Brückenhöhlen,
fern auch die Marktschreier,
die mir ihr Obst ins Ohr schleuderten.

Am Gleis stehen zwei 
Jungs mit selbstgebasteltem Drachen,
der sich auf mein Zugabteil stürzt.

Der Lärm des Abteils spiegelt sich
in der Scheibe, es wird geschrien, verkauft,
Tee gegen Papier, getrunken.

Ich arbeite mich durch die Nacht
im Augenwinkel des Dachbodenraums.
Eingebläut ist nur das Mattscheibenlicht.

Ich arbeite mich dem Ende entgegen
in der Hoffnung
auf fruchtgeschwängerte Obstbaumhänge.

Am Saum ein Sack mit zwei Talern -
einer für Kaffee, der andere für Brot.

Der Zufall stößt mich auf
bekannte Gesichter.

Ich grüße verlegen, bin schon
vergessen und wieder 
erinnerungstot.