Wednesday, July 08, 2015
The end of reparations
The end of reparations
Is near
Is near
Clinging onto an other
Period of fixing surfaces
Permafrost might lead us
Out of endless summers
Nights with stars
So crystal clear
Sky paintings
Sky paintings
We stand on top
Of Sinai
Counting memories
Blood stained battlefields
Calling out a future
Timeless nameless prophecies
Clinging onto each other
Awaiting
The end
Is always
Near
Wednesday, July 01, 2015
Tears have grown a forest
The falcon flies
High up, behind the horizon
Never too near
I call out
Every night
Tears have grown a forest
Tears have grown a forest
I call out, he answers
Lost in anticipation
I am lost, my calls are
Golden threads
A lover’s net entangled in my hair
I try to catch his feet, his wings
He sleeps there, he
Breathes, he lives
There, he dies
O, falcon
Fly home
I grew for you a forest
Into darkness I built
A nest of curls, I know
One night he will sleep there
Every night
I watch his shadow’s flight
The moon watches no longer
Drunk with sadness
He hears me
Stays out of sight
So much power
He has over me
I will sleep no longer
I will speak no longer
Will mourn in silence
Till my wait is over
Im Blick der Fälkin
Ich habe mir einen Vorratsraum gebaut. Ich sitze hinter Gardinen, die mich von der Außenwelt abschirmen. Die Sonne erhitzt den Raum. Das Atmen fällt schwer. Der Vorratsraum beinhaltet einen Rucksack gefüllt mit Wasser, Milch, Trockenbrot, Aufstrich und Schokolade. Die Schokolade schmilzt langsam in ihrem Einwickelpapier. Ich esse sie nicht. Ich lasse sie schmelzen. Ich bereite mich auf einen anstrengenden Flug vor. Ich weiß nicht, wie lange er dauern wird.
Der Vorratsraum
befindet sich zwischen zwei großen Regalen, sieben Etagen hoch, dahinter mehr
Regale, das komplette Feld um meinen Vorratsraum besteht aus einem riesigen
Raum gefüllt mit Regalen, ein Schlachtfeld aus Regalen, dazwischen Krieger mit
aufgeschlagenen Büchern, manche schlafen. Die Regale tragen das schwere
Buchstabenpapier. Die Einschläge der Bücher sind schwer und dunkel und leicht
und bunt. Ich baue mir ein Dach aus aufgeklappten Büchern.
In meinem Vorratsraum
steht ein Tisch. Der Tisch ist lang und geht über meinen Raum hinaus, verbindet
mich mit der Aussenwelt, mit dem Schlachtfeld der Regale, auf dem die Krieger
schlafen, mit dem, was ich hinter dem Schlachtfeld vermute. Die Krieger sind
nicht tot, blutleer, sie schlafen nur. Ich kann ihre Träume hören. Ein Kanal
bahnt sich einen langen Weg zum Fluss, schlängelt sich zum Meer. Mein
Vorratsraum ist eine Schleuse. Manchmal drehe ich das Rad, das Schleusentor
hebt sich nach oben, das Wasser strömt dann schneller, schäumt auf. Manchmal,
wenn ich mich vor dem schäumenden Wasser fürchte, schliesse ich das Tor. Das
Wasser senkt sich, bis die Fische unter der Oberfläche kaum noch Platz haben,
kaum noch atmen. Sie legen sich auf die Seite und schauen aus einem Auge zu mir
empor. Aale schlängeln sich. Alles verlangsamt sich. Ich atme durch ihre
Kiemen. Glitschige Fischbäuche glitzern in der Sonne, heben und senken sich.
Ich atme unter Wasser, halte ganz still, bewege mich nicht.
Der Tisch meines
Vorratsraums ist rot. Auf dem steht ein goldener Laptop. Manchmal ruckelt der
Laptop, denn er ist schon alt, jeden Moment droht Absturzgefahr. Ein alter
Bergsteiger, der es noch einmal wissen will an der viel zu steilen Wand. Ich
schaue ihm von unten zu. Es gibt kein Netz, kein dickes Seil. Alles hängt an
einem goldenen Faden. Mit diesem goldenen Faden kann ich mich vernetzen. Goldene
Linien spinnen sich. Spinnen sich aus von den Bergen zum Meer. Fischernetze
durchstreifen glitzernd das Wasser. Ihre Struktur ist kleinmaschig. Sie
schleifen alles mögliche mit. Zum Beispiel die neuesten Weltnachrichten oder Buchstaben
der Weltliteratur. Das Schlachtfeld um meinen Vorratsraum ist klein und kann
nicht alles tragen. Vielleicht sind die Krieger doch gestorben, erdolcht von
den Weltnachrichten, ertrunken an der zu schweren Literatur. Ich kann mich vernetzen,
z.B. mit denen, die so sind wie ich. Die Anzahl der Knotenpunkte nimmt ab und
zu, manche tauschen sich aus, manche verlieren sich, manche verliere ich,
manche verlieren mich. Die Anzahl der Maschen nimmt zu und ab. Manche vergessen
mich. Es gibt immer große Erwartungen. Ich komme nie hinterher.
Ich ziehe ein
Buch aus dem Regal. Es handelt von lesenden und schreibenden Frauen. Sappho spricht zu mir. Es zeigt Gemälde, ganze Gemälde in diesem kleinen Buch, ganze
Welten von lesenden Frauen, alte Gemälde von jungen Frauen, die schreiben. Alte Gemälde, die
mir zeigen wie malende Männer lesende Frauen betrachten, als wären sie ein
Wunder. Draußen, hinter dem Fenster, wird ein Mädchen angefeuert. Draußen gibt
es Sportplätze und Sonnenwiesen. Ich schließe sacht die Tür zu meinem
Vorratsraum. Sacht, damit die Krieger nicht erwachen. Es wird stickiger. Die
Milch wird sauer. Die Fische winden sich. Doch das ist jetzt egal, mein Herz
verliert sich in Zeilen, ich teile diese Zeilen, zerteile sie, und dann
verliere ich mich in zeitloser Zeit, das Haar verknotet, im Nacken ist mein Haar
ein Nest aus Locken, ein Nest ohne Fälkin, hoch oben in der Felswand, die
Fälkin ist ausgeflogen, das Herz pocht schnell, der Atem ist flach, die Flügel
schlagen, ihr Auge ist scharf, gerichtet auf den Horizont, gerichtet auf den
Falken, immer leicht hinter dem Sichtbaren, immer gerade noch nicht erkennbar,
immer ein wenig außerhalb des Bereichs.
Ich träume die Sicht
der Fälkin. Ich wünschte, der Falke, das Falkentier wäre nicht so weit von hier.
Ich würde ihm meinen Vorratsraum zeigen, würde alles mit ihm teilen, alles
würde ich ihm überlassen. Er würde ihn in einen Palast umbauen. Ein ganz
kleiner, sehr einfacher Palast zwischen Bergen und Meer. Ich sende ihm eine
Nachricht und der Falke antwortet mir. Er antwortet mir jetzt oft. Meist gleich
oder kurz darauf, am nächsten Tag, vielleicht in der nächsten Woche. Er
antwortet mir oft aus der Erinnerung.
Das hat sich
geändert. Ich verharre nicht mehr in Schweigen und Stille, ich verharre jetzt
in Erwartung, ich schöpfe Hoffnung, vielleicht eines Tages, vielleicht werde
ich eines Tages teilen. Meinen Atem. Meine Erinnerung. Meine Erschöpfung. Meine Erwartung ist nicht
freudig. Meine Erwartung ist. Nichts weiter. Erwartung. Ich verharre. Ich blicke
zum Horizont, darüber hinaus, erspähe irgendwo den Falken. Er atmet in mir. Die Krieger
schlafen noch.
A mystery
She points at a tree sapling
Glowing and fresh, standing out
Against a suffering sky
Thunderstorms drenching
Her thirst, o bewildered heart
Beyond comprehension
Why must you fall and fall, o lover
Wild hair in stormy nights
Wild eyes and wild songs
She does not know how to catch you
She does not know how to keep you
From choices
She does not understand
A heart must fall
In Love, a mystery
In Love, a mystery
Only the heart understands
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