Sunday, December 02, 2018

Was ich wollte


Es regnet in meine Brust

Pfützen sammeln sich an Stellen
die ich nicht kannte

Es schneit in meinen Bauch

Kugeln formen und scheiden sich
aus kalten Tunneln aus

Mein Knie ist eine Schnittstelle
Meine Lunge Krematorium
Im Ohr die Melodie einer Zunge

Ich entnehme die Glaskugel
und reiche sie dir

Alles, was ich wollte war Herzschlag


Wednesday, November 28, 2018

giant masses, jammed


I circle around the red
dot of futility, center
of intricacy
moth, lantern
volatile, fickle
arrowhead
indoctrinating the board
under my bed

what are we here for
if the aim is not to win
water to currencies
rivers to dams
harvesting gravities
giant masses, jammed
i dance
to the sound of debris
falling into sand
rising tunes
preying on my nights
chewing on my eyes
gnawing on my skin

towers inside dreams
crumble from within

still i climb to be closer
to be sky
to be moment
when everything i torment
finally gives in


Thursday, November 08, 2018

in my pocket


today i aimed for a higher purpose
casting all books aside
a letter fell to the ground

its words
without weight

only the blue
and how it had been absorbed

crevices and changed seasons
in my pocket
heavy
yet feeling light

ins rot


wollte mich ins rot
des waldes an der zeder 
versteckt lauschte ich
auf schritte im gebüsch saß 
ein einsamer mann 

sein blick lugte 
in mein gläsernes 
auge zerteilte
den vorhang und fiel 
hinter die bühne zerbrach
auf der anderen seite 
eilten jogger ins laub


Monday, March 19, 2018

by heart


I know you by heart
every beat an echo
the pulse a symphony
my ears a dome

I know you by heart
am deaf now
or the birds are quiet
the forest is covered in snow

i knew you by heart
read you like a compass
into a map
i‘m out of directions

it‘s not even
the right planet anymore
drifting outer space
all directions upside down


Sunday, March 18, 2018

blue

it‘s one of those days: blue

bright blue sky / dark blue mind
somehow the blues are not integrating
the harder I try - the further they grow apart
    blue/blue

the ocean would be
a welcome change of scenery
you know horizon
seperates it from sky
salty water dries your lips
paints them
    blue/blue/blue

join me for a desert ride
nomads know 
the use of indigo
cover your skin
decorate your chin
a symbolic tatoo
the needles are sharp
pointing at you
    blue/blue/blue/blue

what will you do
with all that
    blue
not integrating
an entire planet
might be falling 
apart
a zillion pieces
opening out 
between
you and you
blue

Thursday, March 15, 2018

dazwischen versuchen wir


es wird stille sein und sie wird nicht 
bis an weniger verhangenen tagen 
du entscheidest licht durch lamellen in dein zimmer
wird dich niemand ertragen du bleibst 
ungesehen in deinem blendwerk wortlos
bis der tag die sonne besticht sie möge 
dein gesicht mit licht das jetzt in der ferne 
flutende polarnebel sacht fasse ich 
kaum deine hand entgleitet der stille und fällt
in einen traum aus tieferer stille berührt dein gesicht und fällt
in die schichten dazwischen versuchen wir uns
weiszumachen dass es uns gibt

Wednesday, March 14, 2018

ich schneie dich ein


ich schneie dich ein in mein kleid und lege
schützend kalten mantel um deinen körper
und knöpfe und zupfe gerade was faltig zur seite
steht die tür auf so dichte ich schnell ab
mit decken und tüchern einige aus warmen
ländern in denen kamele durch wüsten
schlendern von vorne fallen die höcker
zur seite prall gefüllt mit elixier dem
lebenssaft gemolken aus stuten in wäldern
kühen in ozeanen, karavanen sind pendler
im sommerkleid summen blumen frühlingsduft
in balken die ächzen unter dem gewicht
der schmelze mit der auch ich 
und lege mich nicht mit dir an den kamin
bis die wunde sich nicht mehr entzündet
an träumen und längst verheilten stunden


Monday, March 12, 2018

the commuter


now, here 
back in the dark
trying to grasp the split of a truth
that your sudden call after me
left in my mind, an axe 
split my thought in two halves and i realised
one was the future and one was the past
 
just the person in front of me
wasn‘t to be found in either part
you changed, i thought
but didn‘t risk to speak
cz you were still changing all the while and
i did not dare to interrupt the transformation
with judgments or labels or words, utterances
i would be asked to spit out, reveal the measurements
for the distance between our past and the now.

all i could see was that the now
you inhabited so insecurely fine
this new dress was distant from the future
this version wouldn‘t stream again through my town
 
a fragile kiss on a bridge crossing a mighty river
 
connecting two sides of a dream, all the same
in the past and the future, give me your hand, i say
 
you wouldn‘t listen, wouldn‘t follow
 
after the bridge collapsed i saw you
disappear on the other side into an alleyway
called distance to you.myself, maybe mars
 
sincerely yours,
the commuter

navel of the world


being obsessed with a person
a singer, writer, painter, poet, musician
being obsessed with the idea that
by obsessing one could reach a deeper understanding
a core that upon touching magically explodes
into a starry nighttime sky where you and I
experience the omphalos of existence: love.
being obsessed with the idea that
after they‘ve been cut, we could somehow retie
our umbilical chords, the navel of the world
resides in a museum in Delphi, I got us two tickets
let‘s go and check it out.




Sunday, March 11, 2018

Wherever I might stand


To you I am a puzzle piece
That fell to the ground
Neglected and out of sight
To be turned around
When things don‘t add up anymore
To be measured from all sides
Wherever I might stand 
Looked at as if I was newly born
For were there no memories
Slowly crawling up
To the table's knees
Soon, they will reach surface
Tell me brother, why was I given this curse
Couldn‘t you hunt down a much simpler breed
One that wouldn‘t have crawled up
The pile of memories, one
That wouldn‘t have looked
Under anyone‘s surface
To be turned around
When things don‘t add up anymore
To be measured from all sides
To you, I am but a puzzle piece
Tell me  brother, why was I given this curse
Tell me, please, that it all might be part
Of a fucking higher purpose

Friday, February 23, 2018

Im Innersten


Stapfe tiefer in den Wald
Hangel mich an Strahlen
Von Lichtung zu Lichtung

Verliere meine Sinne bald
An lebenssatte Qualen
Verliere auch die Richtung

Im Innersten liegt
Ein großer Satz begraben
Was stolz ich einst auf Fahnen schrieb
Wort um Wort nun Seitenhieb
Mein Herz lässt besiegt
Ein jedes seinen Anteil haben

Rotes Tuch auf grünem Grund
Bette mich auf feuchtes Moos
Lasse alle Leinen los
Die Schultern von der Last noch wund

Gleich dem Kinde schlafe ich
Umringt von weißen Linden
Auf dass doch einer finde mich
Wo keiner mehr zu finden


Sunday, February 11, 2018

fern ab


nebenan pulp fiction, der moment
in dem sie finger
vor die augen legen

erinnert an den skaterpark
im hafenquartier
dort

lüfteten wir
durchtanzte nächte
aus schweißverklebten kleidern

in all den jahren
bleibt der eine
tag

ein wortgefüge
tätowiert
erinnerung

an längst verdorrte
aschewesen
heute nur noch narbe

vergessen im grafittiturm
blond und groß
mir haushoch überlegen

gab ich nach und blieb
schüchtern
zurück im park

fern ab von deinem
leben, fern ab von
deinem






Saturday, February 10, 2018

das genügte


ich träumte ........... von dir .......... mit wunde am kopf ....
........ großes narbenartiges geflecht, das es
zu verarzten galt, .............................. ich ohne kenntnisse
sollte das bewältigen, ........ wie?

unser gespräch ein stakkatogebet

man sollte sie nach dir benennen
diese gabe des verschwindens mitten im text

mache daraus zeilen, die länger halten
als du

setze mich in die lücke, hinters ohr
verwanze dich sozusagen

während du mutig und hellwach
in aller frühe schläfst

nichts als erinnerungsfetzen
unser gespräch ein stakkatogebet

ziemlich genau weiß ich
nicht mehr als du

und baue darauf
dass irgendwann alles

einen sinn
ergibt

Saturday, January 27, 2018

Bis zu den Spitzen


Was auch geschah, war alles schon
-geschrieben, auf- und nieder- und
beugte mich der Überhand ein-
es gehörte zum Ritual
einer jeden guten
folgte dem blind
in den Schlafsaal
einer jeden guten
und schreibe mich
Stück für Stück
an den Haaren
bis zu den Spitzen
heraus.

aus Geschichten


Der Mond hat sich schon zigmal
gedreht, Tage: ein Hämmern
gegen die Wand, der Kopf
wund, die Stelle in der Spanplatte
eine Mulde.

Fülle Neues mit Altem, leicht
abgewandelt ähnelt ein Tag
dem anderen, Seichtes
verschränkt zur Komplexität
in der Tiefe des Betrachters:

Zukunftsdystopien, robotisierte Bäume,
sich replizierender Blätterwald, es
sind Helden aus Geschichten, die wie Helden
in Kriege ziehen, um sich dann zu exerzieren.

Was lernst du? Alles und nichts. Spiegelwelten
verschränken sich 
in deinem Blick, verschwommen
wirkt die Wirklichkeit nach und wagt sich 
vor, wagt sich zu behaupten in nichts weiter 
als dem Überlebenskampf, absolut und willentlich.
Es geht ums nackte.