Sunday, December 31, 2017

It takes effort


I could write a poem now about how it is to be with someone or without; it doesn‘t really matter.
We do not speak. We start speaking again, though I know that I should really know better.

Let me tell you about the tree and my walks in the forest at night.  I wasn‘t sure whether it was really him inside that body. We also didn't really speak about this, did we?

I‘m not able to stick to any of my plans. How on earth should I stick to a person. 
 
Still, my heart somehow sticks. Let us embrace the tree and think it is ridiculous. Let‘s keep walking.

All this makes my blood thick and heavy. It takes effort to keep moving. 
We have to dance tonight, keep the heart light, keep floating. I shut my door, go to bed and sleep. Shutting the door is the best form of bonding.

In the morning things will be bright. And old. And gone. And still there, at the same spot with the same presence crawling into my life. Isn't that cruel?

People turn into abstract creatures when you look at them too long. How to know myself without looking too long and coming to the conclusion that I don‘t exist while all that exists is I. ... Sigh. 

There is no key. All there is is the moment and to be. 
Ha, now you made me hug that tree
though I explicitly said I wanted to keep walking!





Migratory birds


We are speaking about crystals now.
Those that are speaking to god.

I believe in nothing and everything at the same time.
My chest a chiasm.
Its centre a tiny black spot.

You leave traces, breadcrums, I
follow secretly.

The metaphor of your existence
escapes me.

Memories are yellow.
I remember things that never existed.

Maybe this time I can stay
calm in between dreams.

It’s the last day of the year.
The atmosphere charged with prayers.

I want to scream, black lips
drink a river of champagne.

Sit with me and sing
the song that brings migratory birds
back home.










Wednesday, December 13, 2017

das haus nebenan schlägt leck


worüber denkt er denn? über
sterblichkeit oder un-
je nach gemütszustand vielleicht
die 8samkeit, innere mitte
obsession, verhaltenszwang

er kannte eine frau, die musste
zerschreddern und pressen
in aluminiumbehälter für längere haltbarkeit
versiegeln, alles, selbst kinder
spielen das lied vom ewigen 
sitzen in bunkern
auf bänken in reihen, hintereinander
nebeneinander, übereinander gestapelt,
ausrichtung gleich, auf zentrierten punkt
 im gefüge hat einer das sagen, am lautesten
brüllt der mit geringstem gefühl
für die anliegen momentaner konstellation

die anderen schweigen im superlativ

das haus nebenan steht in einem raum
leer und
immer an gleicher stelle, ist deprimiert
nutzt den luftzug für erzählungen
über stetig wanderndes nomadenvolk,
maulwurfshügel, kichererbsen
die sich über nacht verschwammen
irgendwo in tel-aviv
der zug trägt ferne gerüche
ächzende monologe
gluckern, heizkesselgesang, man könnte
eintritt verlangen und daraus
eine veranstaltungsreihe machen

aber davon will er nichts hören.
er hat wichtigeres zu denken.

als kinder rollten wir durchs zimmer der erwachsenen
und lachten dabei laut und aus vollem herzen
in die sprungfedern des ecksofas, wenn keiner schaute
analysierten wir die muster der teppichböden
und versuchten uns an der erzeugung
halbkreisförmiger regenbögen, lichtstrahlen
gehörten abgelenkt hinter schleiern zum
standardrepertoire einer jeden guten vorstellungskraft;
manchmal war es ernst mit dem spiel
der vorhang fiel und mit ihm das haar, das knie
blutend auf waschbeton, die schuhe zerschnitten

sei still. davon will er nichts hören.

welch großes wort. wie konnte
etwas so großes sich heimlich
ins wortgefecht schleichen. jetzt
bin ich ganz still, frage nicht
schaue nicht, bin ausgelaufen, leer
das haus nebenan schlägt leck,
alle kindheitserinnerungen
weggeschwemmt.

psst. er hat wichtigeres zu denken.
die organe lassen nach.
bald hört er nichts mehr.





In your cup


He says all the right things
it is not a hidden form of manipulation
still I fall

I fall and get up and dissolve
in your cup

People pass by
streets behind hills are very busy
at night

I hear footsteps
someone is very close now
if he sees me there will be questions

I hide
in all the things I said
I keep telling myself:

It was not a hidden form of manipulation
he said all the right things
still I fell 

and got up and dissolved
in your cup






Ama laf etmeye değmez.

Friday, December 08, 2017

Die Dame hinter der Scheibe


Irgendwo im hintersten Teil des Hinterkopfs, dort
unter der Fläche, dessen Moos ich schon oft entwurzelte
aus Abneigung als auch Genuss, dreht sich
schwerer Mühlstein, dem Gedenken
einer Trauerfeier ebenbürtig, reibend. 
 
Erinnerungsschwund, die Späne
sammle ich, bewahre sie in goldener Schale,
auf dem Altar der Niederkunft, Rituale,
Schmelztiegel, Chorgesang, die Engel sind schwerfällig,
nicht Sopran, Bass durchdringt die Hallen, ein Wurmwesen
hat sich in mein Ohr gedrängt. 
 
,bin schon seit langem infiltriert,
versklavt, ergeben,  
 
wollte dich
um mich, selbst dann noch.
 
Komplett abhanden. 
 
Manchmal drehte ich mich nach hinten, aus Angst
du würdest vom Steig verschluckt. 
 
Die Dame hinter der Scheibe trug Uniform und riet ab. 

Ich probierte etwas Neues, druckte Mantis auf mein Kleid,
drangsalierte Wichtigkeiten, drängelte vor, tat Dinge ab, 
und ihre Rolle, die Wiese jetzt ein Parkplatz,
der Bach eine Rinne, Abfluss verdreckter Details,
alles gehört ins Meer geschwemmt, der Ozean schluckt,
der große, tiefe, unergründlich treibt er irgendwann
alles auf und an, wir können uns nicht entziehen, alles rinnt.
Oder fließt. 
 
Durch Netze, Filter, wir haben so viel eingebaut,
umsonst versprochen, Untergang,
Phoenix, Neuanfang. Ha, ein Witz. Ich wünschte.

Wednesday, December 06, 2017

o wishful

on some days my heart

cannot differentiate bloodlines
longing o wishful

destructive boiling inside my
very creature

that beats up
empty spaces