Friday, December 08, 2017

Die Dame hinter der Scheibe


Irgendwo im hintersten Teil des Hinterkopfs, dort
unter der Fläche, dessen Moos ich schon oft entwurzelte
aus Abneigung als auch Genuss, dreht sich
schwerer Mühlstein, dem Gedenken
einer Trauerfeier ebenbürtig, reibend. 
 
Erinnerungsschwund, die Späne
sammle ich, bewahre sie in goldener Schale,
auf dem Altar der Niederkunft, Rituale,
Schmelztiegel, Chorgesang, die Engel sind schwerfällig,
nicht Sopran, Bass durchdringt die Hallen, ein Wurmwesen
hat sich in mein Ohr gedrängt. 
 
,bin schon seit langem infiltriert,
versklavt, ergeben,  
 
wollte dich
um mich, selbst dann noch.
 
Komplett abhanden. 
 
Manchmal drehte ich mich nach hinten, aus Angst
du würdest vom Steig verschluckt. 
 
Die Dame hinter der Scheibe trug Uniform und riet ab. 

Ich probierte etwas Neues, druckte Mantis auf mein Kleid,
drangsalierte Wichtigkeiten, drängelte vor, tat Dinge ab, 
und ihre Rolle, die Wiese jetzt ein Parkplatz,
der Bach eine Rinne, Abfluss verdreckter Details,
alles gehört ins Meer geschwemmt, der Ozean schluckt,
der große, tiefe, unergründlich treibt er irgendwann
alles auf und an, wir können uns nicht entziehen, alles rinnt.
Oder fließt. 
 
Durch Netze, Filter, wir haben so viel eingebaut,
umsonst versprochen, Untergang,
Phoenix, Neuanfang. Ha, ein Witz. Ich wünschte.