irgendwie bist du müde, schaffst es kaum vor die tür, doch ab und an brauchst du frische luft, sonst drehst du komplett durch, so schleppst du dich durch straßen, findest musik, setzt dich auf stufen nah am wasser und lauschst, und da sitzt jemand, der schaut dir in die augen, so dass du gleich erkennst, der weiß bescheid, hat zumindest eine ahnung, und ihr setzt euch in lücken und kommt euch näher bis die finger sich berühren, und die wangen sich berühren, und die lippen sich berühren, und stirn an stirn die gedanken sich berühren und wissen, es ist nicht von dauer, einer läuft immer weg, wenn küsse nicht mehr reichen, deshalb entscheidet ihr euch, es zu vermeiden und geht eures weges nach dem konzert, jeder den seinen, die musik im ohr, die nehmt ihr mit als spur im kopf, damit ihr nicht vergesst, vielleicht seht ihr euch nie wieder, vielleicht unverhofft nach jahren, es ist nicht mal sicher, ob ihr euch erkennt, aber im kopf bleibt die spur, und viel später, ganz sicher unverhofft, hörst du sie irgendwo im hintergrund, und du weißt nicht mehr genau, und du summst die melodie, und dann löst sich im kopf ein band von bildern, eine tonspur in bunt, und du spürst, dass du wirklich gelebt hast, in diesem einen moment auf den stufen am wasser, da gab es musik, und da waren fingerspitzen.
Thursday, May 26, 2011
Wednesday, May 25, 2011
Tuesday, May 24, 2011
doppelknopf & minze
jeden tag versprichst du dir und machst dennoch weiter in deinem mantel mit der langen doppelknopfreihe, der offen nie richtig sitzt, so gehst du durch straßen bis zum hals verschlossen, damit alles seine ordnung hat, denn wo kämen wir denn hin, und du bist ohne richtung, und es gibt keine schilder nachts im park, nur männer auf parkbänken, die dir gern die richtung zeigten, doch du sprichst sie nicht an, du sprichst niemanden an, du sprichst nicht mal mit dir selbst, du lauschst, ob da was ist, und du hörst deine schritte auf reisig und schotter, und manchmal knacken kleine äste, das sind tiere im park sagst du dir, manche menschen essen aus körben und schlafen auf bänken denkst du als nächstes und schiebst es beiseite, denn du musst dich konzentrieren, schließlich ist es dunkel in diesem gottverdammten park, in dem männer auf bänken sitzen, und es nimmt kein ende, vielleicht läufst du im kreis, sieht alles so gleich aus, ansprechen wirst du sie nicht, mit fremden spricht man nicht, auf gar keinen fall, und so läufst du weiter vorbei, findest ihn nicht, findest einfach den ausweg nicht, der muss doch irgendwo sein, so ist das mit parks, die sind zum verwechseln, doch die dauern nicht ewig, und dann beginnt es zu regnen, und du flüchtest und bleibst stehen und wartest unter einem baum, darauf dass es aufhört, und du wartest, endlich aufhört, doch es ist gar kein schauer, es ist drei tage regen, und das blattwerk gibt nach, und du wirst nass, und es ist kalt, und du stehst da unter dem baum und zitterst und weißt nicht wohin, und bleibst einfach stehen, vielleicht kommt ja noch einer, aber es kommt keiner, und dann ist die nacht halb rum, und du wartest und zitterst noch schlimmer, es könnt ja noch einer, aber es kommt keiner, und du denkst wie es wäre, käme einer mit schirm und nähme dich mit und kochte dir tee, heißen tee mit minze, und plötzlich trinkst du minze und trinkst viel davon und alles schmeckt nach minze und alles riecht nach minze und alles ist minze, und du weißt, der regen weicht dich auf, doch du arrangierst dich damit, du saugst ihn auf und dehnst dich aus nach allen seiten, saugst dich voll, ein schwamm wirst du und lauschst nicht mehr und wartest nicht mehr, saugst nur noch und findest dich ab, woanders ist es auch nass, nach regen kommt sonne kommt regen, und du wirst älter und setzt dich auf bänke, und du isst aus körben und schläfst auf holz, manchmal erinnerst du dich, doch das sind blasse träume, und ab und an siehst du im augenwinkel ihre doppelknopfreihen, sie kommen immer häufiger, und du könntest ihnen alles sagen, doch sie sprechen dich nicht an, sie sprechen niemanden an, sie suchen nach dem ausweg und bald auch schutz vor regen, und manchmal schafft es einer, das hast du schon gesehen, im augenwinkel, glaubst du zumindest.
Monday, May 23, 2011
Thursday, May 19, 2011
Wednesday, May 18, 2011
Stille lauschen.
Es ist laut, alles dröhnt, möchte mir die Ohren zuhalten, aber das macht es nur schlimmer, der Lärm kommt von innen, würde sich stauen, hielt ich mir die Ohren, platzte mein Kopf, so drängen die Töne durch die Muschel nach außen und verpuffen an der Luft.
Sitze im Garten wie auf der Baustelle, Vögel zwitschern, wirres Pfeifen und Klopfen, ein Presslufthammer versetzt Fasern ins Schwingen, meine Haare vibrieren, alles drängt hinaus, die Tiere hören nichts. Ich muss es ertragen, tagein, tagaus, egal wo ich gehe, stehe, sitze, liege, ans Schlafen ist nicht zu denken, ich bleibe jede Nacht wach. In die Falten unter meinen Augen hat sich ein Halbmond geklemmt. Ich altere, die Haare ergrauen, noch zupfe ich, bald bin ich nicht mehr Herr der Lage, für jedes Gezupfte wird ein Weiteres grau, sollte es lassen, kann aber nicht.
Leute fragen, geht es dir gut. Ich sage nicht viel, höre kaum ihre Stimmen, kann die Worte von den Lippen lesen, werde besser darin, wenn ich spreche, bin ich mir nicht sicher, was ich sage, kann mich selbst kaum verstehen. Hätte gern einen Radioknopf. Off. Stille. Was gäb ich dafür. Doch an mir kann ich nichts drehen.
Manchmal, sonntags, beruhigt sich der Lärm. Zwischen zwei und fünf. Ich liege dann wach und lausche. Eigentlich sollte ich schlafen, mich erholen für diesen kurzen Moment. Die Stille ist zu groß, ich darf sie nicht verpassen, ich bleibe wach und höre ganz genau hin. Die Stille sagt mir nichts, fragt mich nichts. Ich lausche. Sonst nichts.
Tuesday, May 17, 2011
become real
tonight, she decided, she would sleep on the floor
the windmills in her back
who had taught her to need a bed
unusual appearances gleaming through the window
making dreams come closer
Monday, May 16, 2011
Tuesday, May 10, 2011
Friday, May 06, 2011
der große wagen, wieder
milch fließt im rinnstein
kleine füße baden darin
ihr wegrand bleibt heut' dunkel
mondlicht mischt sich in gossen
wir trinken aus flaschen und spucken
wein in brunnen
gegenüber küssen sich drei
in der kuppel blitzlichtgewitter
die turmuhr schlägt
wir tanzen und darüber
der große wagen, wieder
kennt einer den weg
wir schauen nach schiffen
lösen fahrkarten und halten
händchen im jackett
ich schließe die augen
hinter dunklen lidern
gibt es keine schatten
du malst linien, ich denke mir nichts,
küsse deine lippen und verschwinde
im flieder
Tuesday, May 03, 2011
Wenn ich aufwach'
34 Sekunden schlaflos
unter Glas, Splitter im System, Bist Du
wach? Die Welt tropft, der Hahn dreht sich
unter Glas, Splitter im System, Bist Du
wach? Die Welt tropft, der Hahn dreht sich
nicht ab. Wasser. Nimmst Du mich
mit, immer den Bach runter
schlagen Blasen Räder.
mit, immer den Bach runter
schlagen Blasen Räder.
Alles schäumt auf und wieder
auf. Und wieder.
Auf.
auf. Und wieder.
Auf.
Monday, May 02, 2011
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