Ich saß auf der Ledercouch
der Professorin der Anthroplogie, Erinnerungen an Afrika an der Wand, die mich
wiederum unentwegt an Indien erinnerten, während der Rest Deutschlands Veganer-Werden
spielte, und wusste nicht, wie mir geschah. Gerade aus Indien zurück, versuchte
ich, ohne festem Dach über dem Kopf, zu promovieren, und fragte mich, was
eigentlich mein Ziel war, beziehungsweise, ob es überhaupt Sinn mache, diese Frage zu stellen, grundsätzlich, und zum Teufel mit der Grundsätzlichkeit
und mit der Frage an sich sowieso.
Ich war nicht
wenig erstaunt über die Erkenntnisse und die
nicht länger schweigsamen Stimmen, die sich in meinem Kopf tummelten. So Vieles
wollte durchdacht werden, sogleich und entschieden.
Man nahm mich auf und ließ
mich wohnen, in fremden Wohnungen, die selbst nicht fremd waren, sondern ich war
es, der fremd war. Ich nahm dankend an, ohne dass mir eine Wahl geblieben wäre,
aber nein, ich war wirklich dankbar.
Ich fuhr auch Heim zur Familie und hörte
mir erneut das nicht unbegründete >Wenn Du gehst, dann sehen wir uns nicht
wieder< an. Der Ruf, dem ich in die
Deichlandschaft gefolgt war, blieb rätselhaft, löste sich weiterhin nicht auf; auch
oder zumindest in diesem Punkt blieb alles wie zuvor. Glücklicherweise konnte
ich Feiertage vorschieben. Wenn es hart auf hart gekommen wäre, hätte ich mich mit
den Feiertagen entschuldigt. Die Großeltern waren alt, Erkrankungen schmerzhaft
und schleichend, Vorwürfe unberechtigt, ich ließ nichts zu nah an mich heran. Egoismus,
Selbstschutz. Eine Mischung aus beidem.